Lange hatte es gedauert, bis der TSV seinen Fußballbereich aufstellte. In den Chroniken wird zum ersten Mal 1946 vom Fußball gesprochen, das erste Pflichtspiel fand allerdings erst 1947 gegen Heiligenrode statt. Gegen Heiligerode sah es zunächst so aus als ob der Gegner nicht erscheinen würde. Nach dem die Martfelder Spieler schon auf dem Heimweg waren, Heiligenrode doch noch eintraf und alle Spieler wieder zusammengerufen wurden, ging es verspätet los. Unter heutigen Bedingungen nicht denkbar, wurden die Eckfahnen durch Zuschauer ersetzt, da diese vergessen wurden.
Austragungsort war damals der Meyerskamp, ohne Schweine versteht sich von selbst.
Heinz Büscher und Heinrich Uppendahl konnten mit Ihrem Team das Spiel mit 3:0 für sich gestalten.
18 Monate später mussten die Fußballer den Schweinen auf dem Meyerskammp aber dann doch den Vortritt lassen und sich ihr neues Zuhause auf dem „Bockelmann-Platz“ einrichten.
Unter den Führungsspielern Büscher, Uppendahl, Kranz, Fründt, Bielefeld usw. nahm der Fußball Fahrt auf.
In der 50er Jahren ging es dann steil bergauf. Die erste Jugendmannschaft wurde gegründet und blieb gleich in dieser Saison Ungeschlagen.
Der Platz an der Brandheide wurde nach und nach zu einer Sportarena. Zunächst wurde der Sportplatz umzäunt, und kurz danach entstanden auch die ersten Umkleidekabinen.
Max Seim, Trainer und Betreuer der Herrenmannschaft, wurde auch zum ersten offiziellen Spartenleiter ernannt.
36 Spieler Standen im WM Jahr 1954 im Kader der Herrenmannschaft und verfolgten gespannt das Finale unserer Nationalmannschaft. Jeder weiß natürlich wie es ausging.
Der erste große Erfolg musste bis 1957 auf sich warten lassen.Die Herrenmannschaft belohnte sich mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksklasse. Leider mussten sie ein Jahr später wieder absteigen.Mit Friedel Bremer wurde im Selben Jahr der erste Jugendleiter erwähnt. Friedel sollte in der Folgezeit maßgeblich am Erfolg der der Jugendarbeit beteiligt gewesen sein.
Die 60er Jahre begannen sehr turbulent.Im Jugendbereich konnten diverse Meisterschaften gefeiert werden.1962 wurde erstmals der Huntepokal nach Martfeld geholt.Nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse 1960 und dem Pokalsieg 1962 kam frischer Wind in den Herrenbereich.Viele Junge Spieler wurden integriert und 1965 mit dem Aufstieg belohnt. In dieser Saison konnte sich das Team, anders als in den Jahren zuvor, über einige Jahre im Bezirk halten und sogar um den Aufstieg in die Bezirksliga mitspielen.
Spieler wie Büscher, Schweneker und Burkowski zählten zu den Wichtigsten Spielern in dieser Zeit.
In der Zwischenzeit gab es auch eine 2. Herrenmannschaft, die ihre Meisterschaft in der 3. Kreisklasse feierte.
In der Führung der Sparte gab es einen regen Austausch.
Aus der Zeit von Friedrich Meyer sind im Protokollbuch des TSV einige interessante Berichte zu finden. Hieraus möchte ich ein wenig zitieren.
29.02.64
Das nächste Huntepokalspiel sollte am 21.07.63 gegen SV Mörsen stattfinden. Favorit war der Amateurligaverein SV Mörsen. Nach grandiosem Spiel trennte man sich 2:2, wobei der Gegner noch einen Platzverweis in Kauf nehmen musste. Wegen der einbrechenden Dunkelheit gab es keine Verlängerung und man einigte sich diese am kommenden Abend in gleicher Besetzung, also Mörsen mit 10 Mann in Mörsen nachzuholen.
Leider kam alles ganz anders. Mörsen spielte mit 11 Mann und es wurden 90 Minuten gespielt. So kam Mörsen zu einem glücklichen 2:1 Sieg; wir aber wurden um unser mögliches Endspiel gebracht.
17.02.67
……..es scheint der Lohn dafür zu sein, dass ein gutes Training absolviert wird, und die Tatsache, dass die Spieler diszipliniert genug sind, während des Spiels keinen Alkohol zu trinken, sondern diesen noch von sich zu geben.
Ich möchte fast wetten das sich das bis heute so fortgesetzt hat.
1970 wurde unsere Turn- und Schwimmhalle von der Gemeinde Martfeld gebaut. Bis heute wird sie auch im Winter zum Training von Herren, Damen und Jugendteams zum Fußballtraining genutzt. Wie es sich vor kurzem erst ergeben hat besteht der Turn- und Schwimmhalle in Kürze eine Sanierung bevor, wofür wir der Samtgemeinde Br.-Vilsen und auch der Gemeinde Martfeld sehr dankbar sind.
Doch auch bzgl. Sportplatz tat sich einiges.Am 01.08.1971 wurde bei strahlend blauem Himmel der jetzige Sportplatz eingeweiht. Dank großer Eigenleistung der Vereinsmitglieder entstand auch sofort ein ordentliches Clubheim. Das installierte Flutlicht ermöglichte nun auch ein längeres oder generell späteres Training.
Im Sportlichen Herren Bereich gab es in dieser Zeit wenig zu erwähnen, erst im Jahr 1979 gelang der Aufstieg in die neu gegründete Kreisliga.
Im Jugendbereich hingegen war man zu dieser Zeit überaus erfolgreich.
Nach wie vor war Friedel Bremer hier unermüdlich tätig und es wurden dank der guten Jugendarbeit zahlreiche Meistertitel, Kreis- u. Hallenpokalpokalsiege errungen.
Während dieser Zeit wurde es in Martfeld auch international. Am 23.07.73 fand erstmalig ein Spiel einer Martfelder Mannschaft auf ausländischen Boden statt. Bei den Sportfreunden im französischen La Bazoge verfolgte man das runde Leder.
Auch in der 80er Jahren spielten die Kinder und Jugendlichen die Hauptrolle im TSV. Der größte Erfolg der Sparte Fußball, genauer gesagt im Jugendfußball, wurde 1984 eingefahren. Die F-Jugend mit Trainer Johann König gewann 1984 alles, was es in der Altersklasse zu gewinnen gab. Die Mannschaft wurde Staffel- u. Kreismeister, wurde Hallenmeister, holte den Kreispokal und gewann die Bezirksmeisterschaften.
Die größte Auszeichnung die je eine Martfelder Mannschaft erhalten hat, gab es als Belohnung; die Auszeichnung mit dem großen Preis der „Sepp-Herberger-Stiftung“.
Ich kann mich noch genau erinnern, als wenn es gestern gewesen wäre, aber das einzige an was ich mich erinnern kann, war, wie ich als kleiner Junge vor Johann König stand und immer wieder von oben nach unten guckte, und mich fragte, „ wie kann ein Mensch nur so groß sein“.
Die Säulen dieses Erfolges waren Tim Gödecke und Wilken Harf. Das besondere Talent der beiden blieb auch dem Ruhmreichen SV Werder Bremen nicht verborgen, die sich dann ihrer Künste annahmen.
Doch auch die anderen Mannschaften waren nicht weniger erfolgreich, so dass es in jedem Jahr eine Meisterschaft oder Pokalsieg zu feiern gab.
Eingehen möchte ich noch auf zwei besondere Ereignisse.
Die A-Jugend gewann 1981 mit Trainer Guenter Tiedemann den Kreispokal und zeichnete sich darüber hinaus durch eine ausgezeichnete Kameradschaft aus. Man teilte in diesem Team Freud und Leid.
So fand beispielsweise ein Spieler am Tag nach dem Endspiel das Martfelder Trikot mit der Nummer 10 im Schlafzimmer seiner damaligen Freundin vor. Prompt fiel ihm auf, dass er dieses Trikot nicht getragen hatte.
Ja so ist das unter Fußballern.
Das Martfeld in unmittelbarer Nähe zu Russland liegt wurde uns in den 80er Jahren mit einer einmaligen Aktion verdeutlicht.
So sagte Johann König kurzerhand ein Punktspiel seiner Jugendmannschaft ab, da in Tschernobyl der Atomreaktor explodierte. Der zu erwartende Atomregen drohte auf unserem Sportplatz niederzugehen.
Noch heute müssen wir ihm für diese Aktion dankbar sein.
Im Jugendfußball gab es einen bedeutsamen Wechsel. Johann König löste Friedel Bremer nach über 25 Jahren erfolgreicher Jugendarbeit im Amt des Jugendleiters ab, ehe er es zwei Jahre später an Jens Tobeck übergab.
Die 90er Jahre wurden im Herrenfußball dann etwas positiver gestaltet.In den ersten Jahren gab es bei der I. Herren erhebliche Probleme im personellen Bereich. Höhepunkt dieser Misere war 1994 der Abstieg in die 2. Kreisklasse.
Nach einer zweijährigen Durststrecke gelang 1996 der Aufstieg in die 1. Kreisklasse und der Gewinn des Kreispokals.Maßgeblichen Anteil daran hatte die Rückkehr von Martfelder Jugendgewächsen. Carsten Maatz kam von der SG Hoya und Jörn Meyer vom SV Br.-Vilsen (er hatte Peter Brinkmann im Schlepptau) an die alte Wirkungsstätte zurück. Um Spielertrainer Erhard Meyer wurde eine erfolgreiche Mannschaft gebastelt.1997 wurde dann der Durchmarsch vollzogen; die Erste erreichte die Kreisliga A.Im Sog dieser Erfolge gelang der II. Herren 1998 der Aufstieg in die 3. Kreisklasse.
Im Jugendbereich stach die A/B Jugend heraus, Von 1991-1994 konnte sie viermal in Folge die Meisterschaft gewinnen und 1993 dazu den Kreispokal.
Zwei besondere Siege konnte 1995 die D-Jugend feiern. Mit sage und schreibe 33:0 bzw. 30:1 Toren wurde die Mannschaft aus der nördlich gelegenen Nachbargemeinde (viele wissen, dass ich hier Sch…… meine) besiegt.
1999 zog der Frauenfußball in Martfeld ein. Unter Trainer Thomas Magulski schloss sich die komplette Mannschaft von SV Hoyerhagen dem TSV Martfeld an. Zwischenzeitlich wurde eine 2. Damenmannschaft gemeldet, die bis heute bestand hat, in Form einer Spielgemeinschaft mit dem SVBV. Auch die Mädchenmannschaften wurden nach und nach aufgebaut.
Der Frauenfußball zog immer Größere Kreise. So konnten wir in der Saison 13/14 eine Damen- und fünf Mädchen Teams melden.Das Führte dazu das in dieser Saison,insgesamt 17 Teams mit Martfelder Beteiligung in den Spielbetrieb gingen.
Ein weiteres Hight light nach der Jahrtausendwende war die Austragung der Kreispokalendspiele 2013 auf unserer Sportanlage. Der Pokal der Herrenmannschaft ging an unseren Nachbarn aus Br.-Vilsen mit einem alten bekannten Trainer aus Martfeld. Jörn Meyer trainierte zu dem Zeitpunkt die 1. Herren des SVBV.
Apropos Trainer, eine kleine Geschichte am Rande. Mit dem ein oder anderen Trainer lief es leider nicht ganz so gradlinig wie man es sich vorgestellt hätte. So stellte ein nicht genannter Spartenleiter einen Trainer ein, der pünktlich zum Treffen eines Spiels auf dem Sportplatz war, dann einige Worte an sein Team richtete, und sich anschließend auf den Weg machte sich in aller Ruhe die Museumseisenbahn in Br.-Vilsen anzuschauen.
Kann man machen, muss………
Zu seiner Verteidigung sei noch zu sagen, er war pünktlich zum Spielbeginn wieder zurück.
Aufgrund der vielen Mannschaften musste sich im Bereich Spielstätte etwas tun. Der Feuerwehrübungsplatz wurde 2014 umgestaltet und zu einem Jugendfußballplatz umgebaut.
Im Sportlichen Bereich gab es immer mal wieder, sowohl im Herren als auch im Jugendbereich und auch bei den Damen, Höhen und Tiefen.
Wie es zuletzt unsere 1. Herren 2025 schaffte sich als ungeschlagener Meister der 2.KK, in die 1. KK aufzusteigen und sich dort, wenn auch mit etwas Glück, zu behaupten.
Ich hoffe ich habe euch mit dieser kleinen Reise durch unsere Vergangenheit nicht gelangweilt.
Ein Verein lebt nicht von seinem Vereinsheim, seinen Sportplätzen oder seiner Ausstattung. Ein Verein lebt von den Menschen, die sich mit Leidenschaft, Zeit und Engagement einbringen. Genau deshalb gilt mein Dank heute jedem Einzelnen von euch.
Danke an alle Ehrenamtlichen – vom Vorstand bis zum Platzwart. Ihr sorgt mit eurem Einsatz dafür, dass unser Verein funktioniert und sich weiterentwickelt.
Oft geschieht eure Arbeit im Hintergrund und wird als selbstverständlich angesehen. Das ist sie aber keineswegs.
Danke an unsere Trainerinnen und Trainer. Ihr investiert unzählige Stunden in die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen und auch manche Erwachsenen. Ihr vermittelt nicht nur sportliche Fähigkeiten, sondern auch Werte wie Respekt, Fairness, Teamgeist und Zusammenhalt.
Danke an unsere Spielerinnen und Spieler. Ihr seid das Gesicht unseres Vereins auf dem Platz. Mit eurem Einsatz, eurer Leidenschaft und eurem Teamgeist macht ihr unseren Verein lebendig.
Danke an alle Eltern. Ihr unterstützt eure Kinder, fahrt zu Spielen und Turnieren.
Danke an unsere Schiedsrichter. Ihr übernehmt Verantwortung, trefft Entscheidungen und sorgt dafür, dass unser Sport fair und respektvoll ausgeübt werden kann. Dafür verdient ihr unsere Anerkennung und unseren Respekt.
Danke an unsere Nachbarn für eure Geduld und euer Verständnis. Ihr begleitet unser Vereinsleben oft aus nächster Nähe und tragt mit eurem Entgegenkommen zu einem guten Miteinander bei.
Ein ganz besonderer Dank gilt auch unseren Sponsoren und Förderern. Durch eure Unterstützung helft ihr dabei, Projekte umzusetzen, die Jugendarbeit zu stärken und unseren Verein zukunftsfähig zu gestalten.
Was unseren Verein ausmacht, sind nicht einzelne Personen, sondern das Zusammenspiel von uns allen. Gemeinsam schaffen wir einen Ort, an dem Fußball, Freundschaft, Zusammenhalt und Gemeinschaft gelebt werden.
Darauf können wir stolz sein.
Im Namen des gesamten Vorstands sage ich deshalb,
Danke für eure Zeit. Danke für euer Engagement. Danke dafür, dass ihr Teil unseres Vereins seid.
Lasst uns auch in Zukunft gemeinsam anpacken, zusammenhalten und unseren Verein mit Leben füllen.
Vielen Dank
Verfasser: Ralf Köster
Torsten Tobeck
Martfeld den 26.06.2026











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